Rezension: ‚Verbrechen‘ und ‚Schuld‘ von Ferdinand von Schirach (2 Bücher)

Klappentext Verbrechen:Schirach_350
Ein angesehener, freundlicher Herr, Doktor der Medizin, erschlägt nach 40 Ehejahren seine Frau mit einer Axt. Er zerlegt sie förmlich, bevor er schließlich die Polizei informiert. Sein Geständnis ist ebenso außergewöhnlich wie seine Strafe. Ein Mann raubt eine Bank aus, und so unglaublich das klingt: Er hat seine Gründe. Gegen jede Wahrscheinlichkeit wird er von der deutschen Justiz an Leib und Seele gerettet. Eine junge Frau tötet ihren Bruder. Aus Liebe. Lauter unglaubliche Geschichten, doch sie sind wahr.

Klappentext Schuld:
Eine junge Frau wird jahrelang von ihrem Ehemann brutal misshandelt – bis er eines Tages erschlagen wird. Ein Internatsschüler wird im Namen der Illuminaten fast zu Tode gefoltert. Das Spiel eines Pärchens gerät außer Kontrolle. Doch wie kam es dazu? Nach seinem Erfolgsdebüt »Verbrechen« legt Ferdinand von Schirach einen neuen Erzählband vor, der 15 literarisch aufbereitete Gerichtsfälle versammelt. Leise, aber sehr bestimmt stellt der Berliner Strafverteidiger die Frage nach Schuld und Unschuld, nach Gut und Böse.


„In einem Strafverfahren muss niemand seine Unschuld beweisen. Niemand muss reden, um sich zu verteidigen, nur der Ankläger muss Beweise vorlegen.“ (Schuld, Seite 12)

Mein Fazit
Ein sehr bekannter Strafverteidiger, der Herr von Schirach, wie ich von einigen Juristen an der Uni Hannover erfahren habe. Seine Bücher „Verbrechen“ und „Schuld“ sind dort Pflichtlektüre und gern gesehene Abwechslung zu den (trockenen) paragrafenreichen Gesetzesbüchern.

Kurze, knackige und aussagekräftige Sätze (*i love it*), aber auch kurze Absätze machten das Lesen der Kurzgeschichten zu einem grandiosen Leseereignis. Kein Geplänkel, frei heraus, so unverblümt und unverschnörkelt. Toll.

Über die Fälle möchte ich gar nicht viel sagen, außer, dass sie sehr interessant sind und mich so manches mal mit einem Kopfschütteln zurückgelassen haben. Die Frage nach Gerechtigkeit, Schuld und angemessener Strafe stellte ich mir öfter.

Zum Beispiel wusste ich nicht, dass das Strafgericht in Berlin Moabit das größte Europas ist. Mit über 270 Richtern, 350 Staatsanwälten und ca. 300 Hauptverhandlungen pro TAG.

Zu beiden Büchern gibt es im ZDF die gleichnamige Mini-Serie, unter anderem mit Moritz Bleibtreu (Schuld), die ich mir nun mit Spannung im Hinblick auf die Umsetzung anschauen werde.

Ich danke meiner Freundin Tina, dass sie mir von den Büchern erzählt hat und sie mir direkt in die Hand drückte. Auf diesem Wege auch noch einmal alles Liebe & gute Besserung!

5

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Leseprobe Verbrechen
Seiten: 208
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2010 (25. Auflage)
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492259668 (8,99 € Taschenbuch)

Leseprobe Schuld
Seiten: 208
Erscheinungsdatum: 1. März 2012 (11. Auflage)
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492273770 (8,99 € Taschenbuch)

zum Autor
Ferdinand von Schirach, geboren 1964, arbeitet als Strafverteidiger und Schriftsteller in Berlin. Seine Storybände »Verbrechen« und »Schuld« wurden, genau wie sein erster Roman »Der Fall Collini«, zu internationalen Bestsellern. In mehr als dreißig Ländern erschienen Übersetzungen. Schirach wurde mit dem Kleist-Preis und anderen – auch internationalen – Literaturpreisen ausgezeichnet. Zuletzt veröffentlichte er im September 2013 seinen Roman »Tabu«. In seinen Essays und Reden äußert er sich regelmäßig zu großen gesellschaftspolitischen Themen.

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2 Kommentare zu “Rezension: ‚Verbrechen‘ und ‚Schuld‘ von Ferdinand von Schirach (2 Bücher)

  1. Danke für diese wunderbare Rezension. Schirach ist wirklich brillant, ein Meister in Schrift und Form. Als juristischer Laie ist es besonders interessant darüber zu lesen, wonach es in unserem Rechtssystem wirklich geht. Schuld oder auch Moral definieren sich über Schirachs Geschichten neu.
    Ich hoffe, dass wir noch viel von ihm zu lesen bekommen werden.

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Rezension: Tabu von Ferdinand von Schirach (Hörbuch) | Bücherfetischistin

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