Rezension: Sie nannten mich „Es“ von Dave Pelzer

KlappentextEs:
Das Trauma einer Kindheit: Dave wird von der eigenen Mutter gequält und mißhandelt. Von blauen Flecken übersät und halb verhungert, fällt der Junge auf, weil er Mitschülern das Pausenbrot stiehlt. Bis seine Lehrer es wagen, gegen die Mutter einzuschreiten, vergehen Jahre. Es gelingt ihm, sich aus der Hölle zu befreien. Ein erschütternder Bericht, geschildert aus der Perspektive des kleinen Jungen, der uns alle mit der Frage konfrontiert, wie lange man die Augen vor elterlicher Gewalt verschließen darf.


„Du hast mein Leben zur Hölle gemacht…jetzt ist es an der Zeit, dass ich dir zeige, was die Hölle ist, keifte sie.“ (Seite 27)

Mein Fazit
Das Buch ist bereits aus dem Jahr 2000, aber nicht weniger wert ihm Beachtung zu schenken. Denn mehr denn je ist Kindesmisshandlung ein so großes Thema in unserer „ach so heilen Welt“.

Stundenlang in der eiskalten Badewanne liegen zu müssen, sein eigenes Erbrochenes zu essen, da Dave sonst verhungern würde, Zeitungspapier in der Garage seine kuschlige Bettdecke ersetzt – sind nur ein kleiner Auszug der Folterungen seiner kranken sadistischen Mutter.

Ich war müde und hakte einen Tag auf dieser erbärmlichen Welt nach dem anderen einfach nur noch ab.“ (Seite 81)

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Rezension: Warum Menschen töten von Claudia Brockmann

Klappentext:Brockmann
Warum tötet ein 16-Jähriger ein Kind? Wie verhindert man, dass Entführer ihr Opfer umbringen? Kann man Serientäter stoppen? Claudia Brockmann liest in der Seele der Verbrecher. Seit 25 Jahren unterstützt die Polizeipsychologin Kriminalkommissare und Sonderkommissionen bei der Suche nach der Wahrheit. In ihrem Buch erzählt sie vom Fall »Dagobert« und anderen spektakulären und ergreifenden Fällen ihrer Karriere. Ein beklemmender und spannender Blick in die Abgründe der menschlichen Psyche.


„…psychologisches Recht auf Realität […]. Wir dürfen uns nicht anmaßen, für jemanden zu entscheiden, was er ertragen kann und was nicht. Nur wenn ein Mensch die Wahrheit kennt, kann er sie verarbeiten.“ (Seite 17)

Mein Fazit
Berichtet wird unter anderem vom Fall Denise, eine Sechsjährige, die spurlos verschwindet und später in einem Karton in einer Abstellkammer einer Wohnung gefunden wird.

Oder kennen Sie noch den Fall „Dagobert“, der die Polizei jahrelang durch Erpressung (Karstadt) an der Nase herumgeführt hat? Nein? Dann vielleicht besser bekannt als der Dschungelcamp-Bewohner Arno Funke? Ich hatte von ihm gehört, wusste aber nicht, wie er damals gefasst wurde. Somit war das nochmal ganz interessant. Und ich finde es ist echt abgefahren, dass er Jahre später im Dschungelcamp wiederzufinden ist, aber er hat seine Strafe abgesessen und eine neue Chance verdient.

Die Fälle kratzten meiner Meinung nach nur an der Oberfläche, was ich schade fand, denn ich versprach mir mehr vom diesem Titel.

Mir sind Bücher leider immer schon etwas unsympathisch, wenn sie kaum bis keine Absätze enthalten, sondern nur Fließtext. Da bleibt nie der richtige Zeitpunkt zum Weglegen des Buches für die Gassi-Runde mit dem Hund oder um etwas Essbares aufzutreiben. Jedoch ziehe ich deshalb keine Punkte ab.

Die Frage nach dem „Warum“ konnte für mich nicht geklärt werden. Ich hätte mir eine tiefergehende Analyse der Psyche gewünscht, aber vielleicht muss ich mich dann anderer Literatur widmen. Das Buch konnte mich leider nicht so überzeugen.

3

Kauflink Tb: Warum Menschen töten
Kauflink ebook: Warum Menschen töten

Leseprobe
Seiten: 208
Erscheinungsdatum: 09.05.2014
Verlag:
Ullstein extra
ISBN: 9783548375434 (€ 8,99)

Rezension: ‚Verbrechen‘ und ‚Schuld‘ von Ferdinand von Schirach (2 Bücher)

Klappentext Verbrechen:Schirach_350
Ein angesehener, freundlicher Herr, Doktor der Medizin, erschlägt nach 40 Ehejahren seine Frau mit einer Axt. Er zerlegt sie förmlich, bevor er schließlich die Polizei informiert. Sein Geständnis ist ebenso außergewöhnlich wie seine Strafe. Ein Mann raubt eine Bank aus, und so unglaublich das klingt: Er hat seine Gründe. Gegen jede Wahrscheinlichkeit wird er von der deutschen Justiz an Leib und Seele gerettet. Eine junge Frau tötet ihren Bruder. Aus Liebe. Lauter unglaubliche Geschichten, doch sie sind wahr.

Klappentext Schuld:
Eine junge Frau wird jahrelang von ihrem Ehemann brutal misshandelt – bis er eines Tages erschlagen wird. Ein Internatsschüler wird im Namen der Illuminaten fast zu Tode gefoltert. Das Spiel eines Pärchens gerät außer Kontrolle. Doch wie kam es dazu? Nach seinem Erfolgsdebüt »Verbrechen« legt Ferdinand von Schirach einen neuen Erzählband vor, der 15 literarisch aufbereitete Gerichtsfälle versammelt. Leise, aber sehr bestimmt stellt der Berliner Strafverteidiger die Frage nach Schuld und Unschuld, nach Gut und Böse.


„In einem Strafverfahren muss niemand seine Unschuld beweisen. Niemand muss reden, um sich zu verteidigen, nur der Ankläger muss Beweise vorlegen.“ (Schuld, Seite 12)

Mein Fazit
Ein sehr bekannter Strafverteidiger, der Herr von Schirach, wie ich von einigen Juristen an der Uni Hannover erfahren habe. Seine Bücher „Verbrechen“ und „Schuld“ sind dort Pflichtlektüre und gern gesehene Abwechslung zu den (trockenen) paragrafenreichen Gesetzesbüchern.

Kurze, knackige und aussagekräftige Sätze (*i love it*), aber auch kurze Absätze machten das Lesen der Kurzgeschichten zu einem grandiosen Leseereignis. Kein Geplänkel, frei heraus, so unverblümt und unverschnörkelt. Toll.

Über die Fälle möchte ich gar nicht viel sagen, außer, dass sie sehr interessant sind und mich so manches mal mit einem Kopfschütteln zurückgelassen haben. Die Frage nach Gerechtigkeit, Schuld und angemessener Strafe stellte ich mir öfter.

Zum Beispiel wusste ich nicht, dass das Strafgericht in Berlin Moabit das größte Europas ist. Mit über 270 Richtern, 350 Staatsanwälten und ca. 300 Hauptverhandlungen pro TAG.

Zu beiden Büchern gibt es im ZDF die gleichnamige Mini-Serie, unter anderem mit Moritz Bleibtreu (Schuld), die ich mir nun mit Spannung im Hinblick auf die Umsetzung anschauen werde.

Ich danke meiner Freundin Tina, dass sie mir von den Büchern erzählt hat und sie mir direkt in die Hand drückte. Auf diesem Wege auch noch einmal alles Liebe & gute Besserung!

5

Kauflink Tb: Verbrechen
Kauflink ebook: Verbrechen
Kauflink Tb: Schuld
Kauflink ebook: Schuld

Leseprobe Verbrechen
Seiten: 208
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2010 (25. Auflage)
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492259668 (8,99 € Taschenbuch)

Leseprobe Schuld
Seiten: 208
Erscheinungsdatum: 1. März 2012 (11. Auflage)
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492273770 (8,99 € Taschenbuch)

zum Autor
Ferdinand von Schirach, geboren 1964, arbeitet als Strafverteidiger und Schriftsteller in Berlin. Seine Storybände »Verbrechen« und »Schuld« wurden, genau wie sein erster Roman »Der Fall Collini«, zu internationalen Bestsellern. In mehr als dreißig Ländern erschienen Übersetzungen. Schirach wurde mit dem Kleist-Preis und anderen – auch internationalen – Literaturpreisen ausgezeichnet. Zuletzt veröffentlichte er im September 2013 seinen Roman »Tabu«. In seinen Essays und Reden äußert er sich regelmäßig zu großen gesellschaftspolitischen Themen.

Rezension: Der Mann, der sich in die Zebrafrau verliebte von Peter Teuschel

Klappentext:wpid-20150302_150210-1.jpg
Was ist schon normal? Eine lebenslustige Nonne, die von ihrem Orden für verrückt erklärt wird. Ein Spieler, der sich nur innerhalb seiner vertrauten Spielwelt therapieren lässt. Eine Frau, die vergisst, dass sie verheiratet ist – und ihren Ehemann für einen Serienkiller hält. Peter Teuschel ist Psychiater mit eigener Praxis. Zu ihm kommen Menschen, die oberflächlich betrachtet ganz normal wirken, deren Seelenleben aber empfindlich aus dem Gleichgewicht geraten ist. Einfühlsam und mit überraschenden Wendungen erzählt Teuschel von den Untiefen der menschlichen Psyche.

Geschichten über Menschen zwischen Wahn und Wirklichkeit


„Gerade in einer therapeutischen Beziehung ist der Blick in die Augen des Gegenübers wie ein seelischer Lichtbogen, der mehr als alle Worte eine der entscheidendsten Botschaften an den Patienten transportiert: Du bist nicht allein.“

Mein Fazit
Ein paar sehr interessante und auch schöne Geschichten, die Herr Teuschel da zu Papier gebracht hat. Ein mit Füller schreibender Psychiater, der eigentlich Internist werden wollte, was ja auch irgendwie mit dem Inneren zu tun gehabt hätte. Jedoch fand er den Weg zur Psychologie und wurde schließlich Psychiater.

Da ist der Herr Meiringer, seit 30 Jahren im Altenheim, der jedoch mit David Bowie einiges gemeinsam hat. Oder die kleine blonde Griechin Niki, die vergessen hat, dass sie seit 10 Jahren verheiratet ist. Aber herausragend ist der in der World of Warcraft lebende ‚Tyrannotyson‘, eigentlich P. Dambach, mit dem Peter Teuschel gemeinsame Chat-Sitzungen im „Gasthaus von Goldshire“ (= Ort in diesem Spiel) abhielt. Das sind nur 3 von 8 tollen Geschichten aus dem Berufsleben vom Psychiater erwähnt.

Leider stolperte mein Gehirn und ich über den bayerischen Dialekt in zwei, drei Fällen. Sicher mag es auch dafür kleine weiße Pillchen geben. Das kann mal ganz nett sein, und für andere auch witzig, doch für mich war es ein wenig to much und störte an diesen Stellen etwas den Lesefluss.

Sympathisch. Mitfühlend und herzlich erzählt. Auch für Nicht-Fachleute verständlich geschrieben. Jede Erzählung umfasst ca. 30 Seiten und ich wünsche mir, dass es ein weiteres Buch mit (wahn-) witzigen Erzählungen geben wird, bei dem ich dann wieder in zweiter Reihe (mit Popcorn) hinter dem Patientensessel Platz nehmen darf.

5

Kauflink Taschenbuch: Der Mann, der sich in die Zebrafrau verliebte
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Leseprobe
Titel:
Der Mann, der sich in die Zebrafrau verliebte
Autor: Peter Teuschel
Seiten: 256
Erscheinungsdatum: 14. November 2014
Verlag:
Ullstein extra
ISBN: 9783864930263 (€ 14,99)

 

Biografie Peter Teuschel

TeuschelPeter Teuschel, 54, ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Nach seiner Ausbildung in München und Augsburg war er einige Jahre Chefarzt der Fachklinik Inzell-Eck. Heute hat er eine eigene Praxis in München. Peter Teuschel ist verheiratet und hat zwei Söhne. Anregungen zum Schreiben findet Peter Teuschel in seiner Tätigkeit als Psychiater und Psychotherapeut. So entstanden Bücher über Mobbing am Arbeitsplatz und Bullying in der Schule. „Das schwarze Schaf“ greift ein Tabu-Thema auf – Ausgrenzung und Benachteiligung in der Familie. Und „Der Mann, der sich in die Zebrafrau verliebte“ ist einer der Menschen, die seinen beruflichen Weg kreuzten und über die er im gleichnamigen Buch erzählt. Peter Teuschel bloggt auf „Schräglage“ und betreibt das Forum „Die schwarze Herde“. Auf Twitter kann man ihm unter @peterteuschel folgen.