Rezension: Märchenwald von Martin Krist (Band 5 Paul Kalkbrenner-Reihe)

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Mitten in der Nacht werden Max und Ellie von ihrer Mutter geweckt. »Geht zu Opa …«, hören die Kinder sie noch flüstern, als sie sie in den Wandschrank sperrt, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Um Ellie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald.
Während die beiden auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding stehen die Mordermittler Paul Kalkbrenner und Sera Muth vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes.


„…, dass es sich dabei um Leber handelt, um genau zu sein: menschliche Leber, gewürzt, angebraten und geschmort.“ (Seite 145)

Mein Fazit
Man nehme einen Menschen, entferne seinen Skalp, säge ihm die Schädeldecke auf und bediene sich dem warmen weichen Gehirn – a là Hannibal Lecter. Reste der leckeren Innereien werden zur späteren Verspeisung in der Tiefkühltruhe aufbewahrt. So ähnlich klingt einer der drei Erzählstränge.

Perspektive Nummer 2: Eine Frau auf der Straße liegend, übel zugerichtet und ohne jegliche Erinnerung. Wie soll es anders sein, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Gedächtnis.

Numero 3: Zwei kleine Kinder flüchten aus einem Wandschrank über eine Blutlache tretend, und begeben sich auf die Reise durch den Märchenwald zur ihrem Opa. Ein langer und beschwerlicher Weg…

Selbstverständlich führen die verschiedenen Stränge irgendwie zusammen. Auch ohne die ersten vier Bücher aus dieser Reihe zu kennen, kam ich gleich in die Geschichte hinein.

Spannung, Cliffhanger, schöne kurze Kapitel und ein netter Schreibstil runden dieses Buch ab.

4

Seiten: 416
Erscheinungsdatum: 12.08.2016
Verlag: Ullstein
ISBN: 9783548287645 (9,99 €)

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Rezension: Mädchenwiese von Martin Krist

Klappentext:Mädchenwiese
Sie sind jung. Sie sind schön. Und keiner hört ihren Todesschrei.

Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die toten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen. Der kleine Junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu. Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. Als auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen.


„Aber mich hast du nicht vergessen, und du wirst mich auch niemals vergessen. Dafür habe ich gesorgt.“

Mein Fazit
Puh…man muss bei diesem Buch schon bei der Sache sein, sonst kommt man nicht hinterher. Zu lange weglegen wäre auch unvorteilhaft. Ich gebe zu, ich war schon sehr genervt von den ständig wechselnden Perspektiven, denn innerhalb eines Kapitels wechselt der Autor die Handlungsstränge meist sogar mit jedem neuen Absatz *verschnaufen Fehlanzeige*. Das ist schon anstrengend, aber zerrt extrem an den Spannungsnerven. Denn kaum bist du wieder im Geschehen drin, zack, Kertwendung und andere Richtung ….Und jeder Absatz endet zudem auch noch mit einem Cliffhänger, der wahnsinnige Spannung erzeugt.

Zum einen gibt es da Alex, Dorfkneipenbesitzer im Spreewald, Hundebesitzer mit Herz und ehemaliger Polizist und seine drei Freunde.

Dann ist da noch Laura, geschieden und natürlich Ärger mit dem Exmann hat. Sohn Sam, 8, der die Simpson liebt und leider nie zu Wort kommt und Tochter Lisa, 17, die gern skypt und dann verschwindet. Ab Seite 101 kommt sie zu Wort bzw. bekommt ihren eigenen Handlungsstrang, der folternd und brutal ist. Die so ähnlichen Namen Laura (Mutter) und Lisa (Tochter) bereiteten mir am Anfang kleine Schwierigkeiten, sie auseinanderzuhalten, da sie so ähnlich klingen.

Nicht zu vergessen, eine anfangs unbekannte Ich-Erzählerin, die es liebte in ihrer begrenzt tollen Kindheit mit Dominosteinen zu spielen, bis ihr Vater starb. Vom Onkel missbraucht, kam sie vom Regen in die Traufe; zum herrischen und brutalen Ehemann. Man hat nur noch Mitleid mit ihr.

Da ich ein Kind der ehemaligen DDR bin, schmunzelte ich bei der Erwähnung der Kaufhalle, den Stullen, dem Wartburg (wir hatten ihn in hellblau) und den Karo-Zigaretten in schwarz-weiß-kariertem Gewand (nicht dass ich sie geraucht hätte).

Ich musste am Ball bleiben, jeden Tag weiterlesen, so hat mich das Buch in seinen Bann gezogen, wenn auch mit leichter Atemnot aufgrund der ständigen Szenenwechsel. Oder waren es doch leichte Grippe-Erscheinungen? Hilft nichts – Sofa, Tee, weiterlesen. Das war jedenfalls nicht mein letzter Thriller von Martin Krist.

4
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Leseprobe
Titel:
Mädchenwiese
Autor: Martin Krist
Seiten: 416
Erscheinungsdatum: 10.08.2012
Verlag:
Ullstein
ISBN: 9783548283531 (€ 14,99)

Biografie Martin Krist

Martin KristMartin Krist ist das Pseudonym des erfolgreichen Autors Marcel Feige. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften und lebt seit 1998 als Schriftsteller in Berlin.
» www.martin-krist.de