Rezension: Der Keller von Minette Walters

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Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde …


„Sie hatte so lange geschwiegen, dass das Sprechen eher eine Last war. Es war einfacher, im Kopf zu leben, als ihre steifen, schwerfälligen Lippen zu bewegen, um Wörter zu bilden.“ (Seite 81)

Mein Fazit
Drama Baby. Die kleine versklavte Muna. Weggeholt aus einem afrikanischen Heim. Gehalten wie ein Tier im Keller. Sprecherlaubnis wurde ihr nie erteilt. Das Objekt für körperliche Gewalt und sexuelle Befriedigung. Für dumm befunden, jedoch zum kochen, waschen und putzen perfekt geeignet. Niemand der Nachbarn weiß, dass in diesem Haus ein kleines Mädchen lebt. Weiterlesen

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Rezension: Racheherbst von Andreas Gruber (Band 2)

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Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust – an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden …


„Skorpione. Bei Tageslicht verkrochen sie sich und blieben mystisch im Verborgenen, aber nachts kamen sie heraus. Sie waren nur bei Dunkelheit zu sehen – wie auf seinem Körper.“ (Seite 221)

Mein Fazit
Ich wusste gar nicht, dass es Tätowierungen gibt, die man bei Tageslicht nicht sieht, im Dunkeln jedoch leuchten. Das Rezept dazu gibt es hier (im Buch): Menschenblut, Antigerinnungshemmer, Phospor und Tätowierfarbe…alles gemischt, abrakadabra und ab zum Tätowierer deines Vertrauens. Das dafür jedoch einige Menschen sterben müssen, ist dann nicht mehr so originell. Weiterlesen

Rezension: Die Dreizehnte von John Everson

Klappentext:13te
Blutige Ritualmorde in den Kellergewölben hatten das Hotel Castle House einst in Verruf gebracht. Doch Jahrzehnte später, als man dort ein Sanatorium für Schwangere eröffnet, scheint der Fluch der Vergangenheit endlich besiegt zu sein. Aber dann verschwinden immer mehr junge Frauen aus den benachbarten Orten …

Die Suche nach seiner vermissten Freundin führt David Shale nach Castle House. Dort entdeckt er eine verwitterte Holztür, gekennzeichnet mit einem roten X. Als er sie öffnet, betritt David ein okkultes Reich voller sadistischem Sex und qualvollem Sterben …


Mein Fazit
Eine Rezension weniger Worte. Kurz & knackig.

Ein Radsportler à la Jan Ullrich fährt einem netten Mädel vor’s Auto. Oder sie fährt ihn an? Ich weiß es nicht mehr so genau. Auch egal, denn er mag sie, und findet sie toll. Doch dann ist sie verschwunden und er macht sich auf die Suche nach ihr. Wer suchet, der findet. Weiterlesen

Rezension: Mein Tod ist dein von Debbie Howells

Klappentext:MeinTod
Ein idyllisches Dorf auf dem englischen Land: Als die 18-jährige Rosie Anderson verschwindet, will zunächst niemand an ein Verbrechen glauben. Bis das Mädchen erstochen aufgefunden wird. Allerdings ist der Fall äußerst rätselhaft, denn wer sollte ein Motiv gehabt haben? Die Ermittlungen geraten schnell ins Stocken, alle Spuren verlaufen im Sand.

Kate, eine Nachbarin der Familie, hat selbst eine Tochter in Rosies Alter und bezweifelt als Einzige, dass der Mord die Tat eines Fremden war. Sie versucht, den Hintergründen auf die Spur zu kommen. Als sie anonyme Drohungen erhält, wird klar, dass jemand die Wahrheit um jeden Preis vertuschen will …


„…wie fragil Herzen sind. Man kann sie nicht endlos brechen. Irgendwann verwandeln sie die lebenden Zellen, die es zusammenhalten, in totes, kaltes Narbengewebe, das nicht länger fühlen kann. Das nicht mehr lieben kann.“ (Seite 98)

Mein Fazit
Man blickt hinter die Kulisse trauriger Kinderseelen, die nie echte Liebe, Wärme und Geborgenheit erfuhren. Eltern, die nur auf Ruhm, Reichtum und Ansehen wert legen. Hauptsache nach außen strahlen und etwas darstellen wollen, doch nach innen glanzlos, einsam und traurig. Die Möchtegern perfekte Familie.

Joanna, Mutter der toten Rosie, gezeichnet von Schönheits-OPs, nur um ihrem Mann zu gefallen, der sie jedoch wie Dreck behandelt. Ihre Seele so kaputt wie eine zerbrochene Weinflasche, deren Inhalt ihre Leber nur zu gut kennt. Weiterlesen

Rezension: Wenn du mich tötest von Karen Winter

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Nach Kinlochbervie, einem Küstenort in den schottischen Highlands, verirrt sich niemand zufällig.

Deswegen sorgt der deutsche Tourist Julian im einzigen Hotel der Gegend durchaus für Aufsehen. Verdreckt, durchnässt und völlig verstört bittet der Backpacker um Hilfe. Seine Frau Laura, mit der er einige Tage am Strand der einsamen Sandwood Bay verbracht hat, ist verschwunden. Die Polizei steht vor einem Rätsel, und bald gerät Julian selbst unter Verdacht. Dann wird südlich der Bay die Leiche einer Frau angespült; nackt und kaum mehr zu identifizieren …


„Angst war ein gefährlicher Trigger. Sie wusste es, und er wusste es.“ (Seite 274)

Mein Fazit
Über die Entwicklung der Titel von Büchern staune ich mehr und mehr. Früher waren sie nicht so brutal formuliert, oder? Hießen sie da „Die Firma“, „Schweigen der Lämmer“, „Friedhof der Kuscheltiere“ oder irgendwie so ähnlich. Doch heute beinhaltet jeder dritte Thriller-Titel „töte, sterbe, Blut…“ auch die Literatur geht wohl mit der Zeit…

Nun zum Buch: kurzweilig und spannungsaufbauend. In der Psyche und der Vergangenheit von Julian wird gewurschelt und ach du je, seine Exfrau ist (auch) tot. Weiterlesen

Rezension: Tabu von Ferdinand von Schirach (Hörbuch)

Klappentext:Tabu
Sebastian von Eschburg verliert als Kind durch den Selbstmord seines Vaters den Halt. Er versucht sich durch die Kunst zu retten. Er zeigt mit seinen Fotografien und Videoinstallationen, dass Wirklichkeit und Wahrheit verschiedene Dinge sind. Es geht um Schönheit, Sex und die Einsamkeit des Menschen. Als Eschburg vorgeworfen wird, eine junge Frau getötet zu haben, übernimmt Konrad Biegler die Verteidigung. Der alte Anwalt versucht dem Künstler zu helfen – und damit sich selbst.


„[…] schlug vor, der neuen Sekretärin Blumen mitzubringen, aber er lehnte es ab. Blüten sind geöffnete Geschlechtsorgane, so etwas verschenke ich nicht, vor allem nicht an eine junge Frau“, sagte er“. (Seite 168/169)

Mein Fazit
Ich kannte bisher die Bücher ‚Schuld‘ und ‚Verbrechen‘ von Schirach, und war von Ihnen restlos begeistert.

Tabu ist anders, begann es doch eher mittelmäßig langweilig erzählend von einem kleinen Jungen, wie er aufwuchs. Auf einmal ein Zeitsprung zu Jemandem, der nach dem bekannten Strafverteidiger Biegler verlangt, weil er (angeblich) eine Frau ermordert haben soll, dessen Leiche unauffindbar ist…völlig rausgerissen aus dem vorherigen Geschehen. Ok, toleriert und weiter gelauscht, denn mich hat das Buch als Hörvariante auf dem Weg zur Ostsee begleitet.

Die Geschichte an sich ist nicht ganz uninteressant. Hat er, oder hat er nicht. Aber die kurzen und prägnanten Sätze, die eigentlich genau mein Ding sind, bauten in diesem Roman irgendwie keine Stimmung auf. Es wirkte eher wie eine Erzählung. Gefühllos und distanziert. Vielleicht wäre das Buch zu lesen anders gewesen. Aber ändern an der Story wird es nichts, die leider nur vor sich hinplätscherte.

Ich gehe mit der Erkenntnis aus dem Hörbuch, dass nicht alles so ist wie es scheint. Aber das haben wir ja bei vielen Büchern, oder?

3

Hörprobe
Sprecher: Matthias Brandt

Seiten: 256 (Hörbuch: 4 CDs, 4 Stunden und 48 Minuten)
Erscheinungsdatum: 11.09.2013
Verlag:
Piper (OSTERWOLDaudio)
ISBN: 978-3492305204 (9,99 € TB / 12,99 € Hörbuch)