Rezension: Das Verstummen der Krähe von Sabine Kornbichler (Band 1 – Kristina Mahlo-Reihe)

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Kristina Mahlos Auftrag als Nachlassverwalterin hat es in sich. Eine Verstorbene vererbt ihr beträchtliches Vermögen – jedoch nur unter der Bedingung, dass Kristina den Mord aufklärt, für den ihr Mann einst verurteilt worden war. Kris will den Fall ablehnen, doch dann entdeckt sie in der Wohnung der Toten einen Hinweis auf ihren eigenen Bruder Ben, der vor Jahren spurlos verschwand …


„Ich arbeite im Auftrag der Toten und nicht als Geschenketante für ungeduldige Erben.“ (Seite 36)

Mein Fazit
Nachlassverwalterin. Klingt interessant, spannend und hat aber doch auch einen tödlichen Beigeschmack. In den Sachen von Toten zu wühlen, nach Schmuck, Bargeld, Wertgegenstände und Dokumenten zu suchen ist schon nicht ohne.

Aber wat mutt, dat mutt. Einer muss sich ja darum kümmern, wenn keine Erben in Sicht sind oder sie sich nicht einig werden. Sollten keine Erben aufgetrieben werden, erbt der Staat – unglaublich aber wahr und das sogar in Millionenhöhe jedes Jahr.

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Rezension: Die Lichtung von Linus Geschke (31) Kriminalroman

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Sommer 1986: Eine Kölner Clique verbringt ein Party- Wochenende in einer Blockhütte im Bergischen Land. Zwei Tage lang Bier, Musik, Baggersee und Flirts. Am Ende sind zwei junge Menschen tot – das Mädchen vergewaltigt und erstochen, der Junge brutal erschlagen. Der Doppelmord wird nie aufgeklärt. Der Kölner Zeitungsredakteur Jan Römer soll Jahre später über den ungelösten Kriminalfall schreiben. Römer erinnert sich gut, denn das Wochenende im Wald war das Ende seiner Jugend – er gehörte selbst zu jener Clique. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Mütze will er herausfinden, was damals wirklich geschah. Zu spät merkt er, in welche Gefahr er sich dadurch bringt…


„RAIDER isst man heute – TWIX war gestern“

Mein Fazit
Jan Römer, 43, Journalist, verheiratet und Vater eines Sohnes, hat so seine alltäglichen Probleme, die authentisch und glaubwürdig klingen. Damals, vor 27 Jahren erlebten er und seine Clique zwei Gewaltverbrechen/Morde, deren Erinnerungen daran, er in die hinterste Ecke seines Gehirns verbannte. Dank einer braunen Mappe seines Chefredakteurs, rollt er den „Fall“ jedoch neu auf und merkt mehr und mehr, dass es so einige Ungereimtheiten gibt.
Zu Beginn überfluteten mich so viele Namen, dass ich schnell zu Zettel & Stift greifen musste. Zwei Erzählperspektiven, Gegenwart und 1986, brachten die passende Abwechslung zwischen Römer’s Welten. Ich fühlte mich in meine eigene Kindheit zurück versetzt; die große Teenager-Liebe, mit der man heimlich hinter’m Busch rumknutschte, mit der Simson durch Wald und Wiesen düste und im Hinterhof daran rumschraubte, ohne Handy und Internet, und nicht zuletzt Muttis Worte „…du musst essen, um groß und stark zu werden, fahr vorsichtig…“. So herrlich erfrischend, untermalt mit der passenden Musik der 80er-Jahre z. B. von Falco mit seiner „Jeanny“. Jedoch fehlte mir der besondere Kick. Die nervenaufreibende Spannung. Das gewisse Etwas.

Stellenweise zogen sich die sehr langen Kapitel wie Kaugummi (damals liebte ich als Kind ‚Hubba Bubba‘ – riesige Blasen, zuckersüß, schmeckte innerhalb weniger Minuten nach nichts mehr – *gibt es die eigentlich noch?*), was daran lag, dass oft zu viel drumherum geredet wurde und ich daher von der eigentlichen Aussage zu weit ab kam. Dieses weitläufige Ausschmücken von Szenen war nicht immer meins – andere werden es sicher lieben –  da der Spannungsbogen oft darunter litt. Das Ende hat mich überrascht, mit diesem Schuldigen hätte ich nicht gerechnet. Ich würde dem Buch 3,5 Punkte geben, runde aber gern auf 4 auf, da bei mir längst vergessenen Zeiten wieder ein Stück Leben eingehaucht wurde. Walkman – mit Kassette umdrehen – olé :-) 4
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Leseprobe
Titel: Die Lichtung (Band 1)
Autorin: Linus Geschke
Seiten: 384
Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2014
Verlag:
Ullstein
ISBN: 9783548286365