Rezension: 7 Tage der Rache von Patrick Senécal

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Bruno Hamel ist 38 Jahre und Chirurg. Er wohnt mit seiner Frau Sylvie und der sieben Jahre alten Tochter Jasmine im eigenen Haus. Wie viele glückliche Menschen führt er ein unauffälliges Leben. Bis Jasmine an einem schönen Herbstnachmittag vergewaltigt und getötet wird.

Nach diesem Ereignis zerfällt Brunos Leben.

Als der polizeibekannte Kinderschänder gefasst wird, lässt Bruno ihn bei einem Transport kidnappen. Bruno will ihn für seine Tat sieben Tage lang büßen und leiden lassen, dann soll er sterben.

Sieben Tage Rache. Sieben Tage Folter. Sieben Tage, in denen das Opfer zum Täter und der Täter zum Opfer wird … Ein erschütternder Rache-Thriller von konsequenter Härte.


„Von allen Papas auf der Welt ist meiner der beste!“ (Seite 51)

Mein Fazit
Dieser Satz von der eigenen Tochter ist für jeden Papa (natürlich auch jede Mama) Balsam für die Seele, Lebenselixier.

Doch dann wird Deine Tochter ermordet und übel zugerichtet aufgefunden. Den Mörder bekommst Du in die Finger. Handelst Du jetzt noch voller Vernunft und Menschenverstand? Vermutlich nicht.

Und genau dieser Gewissenskonflikt, die Trauer und Leere in Dir, machen das Buch so hochemotional. Zum einen hast Du vollstes Verständnis für den Vater, der den Mörder seiner Tochter quält, verstümmelt und sein Sterben leidlich hinauszögert. Weiterlesen

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Rezension: Mein Tod ist dein von Debbie Howells

Klappentext:MeinTod
Ein idyllisches Dorf auf dem englischen Land: Als die 18-jährige Rosie Anderson verschwindet, will zunächst niemand an ein Verbrechen glauben. Bis das Mädchen erstochen aufgefunden wird. Allerdings ist der Fall äußerst rätselhaft, denn wer sollte ein Motiv gehabt haben? Die Ermittlungen geraten schnell ins Stocken, alle Spuren verlaufen im Sand.

Kate, eine Nachbarin der Familie, hat selbst eine Tochter in Rosies Alter und bezweifelt als Einzige, dass der Mord die Tat eines Fremden war. Sie versucht, den Hintergründen auf die Spur zu kommen. Als sie anonyme Drohungen erhält, wird klar, dass jemand die Wahrheit um jeden Preis vertuschen will …


„…wie fragil Herzen sind. Man kann sie nicht endlos brechen. Irgendwann verwandeln sie die lebenden Zellen, die es zusammenhalten, in totes, kaltes Narbengewebe, das nicht länger fühlen kann. Das nicht mehr lieben kann.“ (Seite 98)

Mein Fazit
Man blickt hinter die Kulisse trauriger Kinderseelen, die nie echte Liebe, Wärme und Geborgenheit erfuhren. Eltern, die nur auf Ruhm, Reichtum und Ansehen wert legen. Hauptsache nach außen strahlen und etwas darstellen wollen, doch nach innen glanzlos, einsam und traurig. Die Möchtegern perfekte Familie.

Joanna, Mutter der toten Rosie, gezeichnet von Schönheits-OPs, nur um ihrem Mann zu gefallen, der sie jedoch wie Dreck behandelt. Ihre Seele so kaputt wie eine zerbrochene Weinflasche, deren Inhalt ihre Leber nur zu gut kennt. Weiterlesen

Rezension: Meine Seele so kalt von Clare Mackintosh

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Ein regnerischer Abend in Bristol. Der 5-jährige Jacob ist mit seiner Mutter auf dem Weg nach Hause, plötzlich reißt er sich los und stürmt auf die Straße. Das Auto, das wie aus dem Nichts erscheint und ihn erfasst, ist ebenso schnell wieder verschwunden. Für den kleinen Jungen kommt jede Hilfe zu spät.

Jenna Gray flieht vor den Ereignissen in die Einsamkeit eines walisischen Dorfes. Aber die Trauer um ihr Kind und die Erinnerungen lassen sie selbst dort nicht los. Schon bald ist sie sich sicher, dass nicht nur die Vergangenheit sie erbarmungslos verfolgt …


„Ich will auf Pause drücken, doch der Film ist gnadenlos: Immer wieder und wieder prallt der kleine Körper auf die Windschutzscheibe.“ (Seite 22)

Mein Fazit
Irreführung vom Allerfeinsten, das muss ich schon sagen. Wirklich sehr gut gemacht, liebe Autorin.

Viel kann ich zu dem Inhalt des Buches leider nicht schreiben, da ich sonst die ganze Story verrate und das Lesevergnügen nur halb so spannend wäre.

Nur so viel: Teil 1 (ca. 200 Seiten) plätschert ein wenig vor sich hin. Es wird intensiv auf die Charaktere eingegangen. Jenna (Ich-Erzählerin), die sich in einem einsamen kleinen Cottage, direkt am Strand niederlässt und versucht neu Fuß zu fassen. Sie findet am Straßenrand einen Welpen, weggeworfen in einer Mülltüte und nimmt ihn bei sich auf. Kommissar Ray, der mit den typischen Problemen einer Polizistenfamilie kämpft und merkt, dass die neue Kollegin ihn emotional doch mehr berührt als erlaubt. Und der Fall des überfahrenen kleinen Jacobs droht ad acta gelegt zu werden.

Ab Teil 2 geht’s erst so richtig los. Hier wird die Ich- zur Du-Perspektive. Mal ganz anders aber intensiv. Knallhart konfrontiert mit Psychoterror, Unterdrückung und würdelosen Spielchen. Geht man so mit einem Menschen um?

Als ich die Wahrheit schließlich erkenne, fühlt sich das an, als hätte mir jemand ein Messer in den Leib gerammt.“ (Seite 452)

Meine Seele so kalt ist Clare Mackintosh‘ erster Roman. Bitte schnellen Nachschub liefern, denn das Buch hat mich gefesselt, ist ausgeklügelt und schreit nach mehr.

Foto: Model Henri blickt von den Dünen Dänemarks (Søndervig) zur Nordsee, entspannt und den Wind um die Nase wehend. So stelle ich mir die einsamen Spaziergänge von Jenna und ihrem Hund vor.

4480 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-17292-4
Ersterscheinung: 14.01.2016

Clare-mackintoshInterview mit Clare Mackintosh

Rezension: 5150 Das Haus des Wahnsinns von Patrick Senécal

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Nach einem Sturz mit dem Fahrrad will der Student Yannick im Haus 5150 eigentlich nur um Hilfe bitten. Doch als er Schreie aus dem ersten Stock hört, wird er von dem Sadisten Jacques Beaulieu und dessen Familie gefangengenommen, damit er ihr Geheimnis nicht verrät.
Gequält und gefoltert ist Yannick jetzt dem Wahnsinn der ganzen Familie ausgeliefert.

Weil er kein »Böser« ist, dürfen sie Yannick nicht einfach so töten, also muss er sich mit dem Vater in einer Partie Schach messen. Der Einsatz: Yannicks Leben.
Der erste Zug ist gemacht, doch welche Pläne sein Peiniger wirklich verfolgt, erkennt der Junge im Verlauf seines Martyriums erst nach und nach …


„Schach. Die weißen Figuren sind meine Armee, die Armee der Gerechtigkeit! Und ich gewinne jedes Mal gegen die schwarze Armee, die Ungerechten! Der Umstand, dass ich immer gewinne, beweist die Korrektheit meiner Annahmen!“ (Seite 154)

Mein Fazit
Im Tagebuch-Stil erzählt Yannick wie alles begann, sich seine Gefangenschaft entwickelt, von seinen Fluchtversuchen, seinem Überlebenskampf und wie er zum besessenen Schachspieler wird.

Maude, die Ehefrau, so eine liebe Mutti, Gott so unendlich ergeben und leider auch ihrem Mann. Durch ihre tagebuchähnlichen Erzählungen bekommt man tiefe Einblicke, wie sie gottergeben aufwuchs und mit Jacques alles seinen Lauf nahm. O Herr, vergebe ihr (und mir) für so viel Gottgerede. Weiterlesen

Rezension: Bloodman von Robert Pobi

Klappentext:Bloodman
Niemand würde Jake Cole trauen. Das Leben auf der Straße hat ihn hart gemacht. Trotzdem ist er einer der besten Sonderermittler des FBI. Keiner versteht Tatorte so gut wie der Mann mit den vielen Tattoos. Doch dann tauchen die brutal zugerichteten Leichen einer jungen Frau und ihres Sohnes auf. Für Jake gibt es keinen Zweifel: Der Mörder seiner Mutter ist zurück. Die Jagd nach ihm treibt Jake an den Rand des Wahnsinns. Er verfolgt, jagt und hetzt ihn, schlaflos und vom Adrenalin getrieben. Doch der Bloodman kennt ihn gut. Besser als Jake sich selbst.


„Für unser eigen Blut tun wir Dinge, die wir für niemand anderen tun würden“ (Seite 469)

Mein Fazit
Ein rasanter Thriller mit Tempo, Spannung und toten Körperhüllen menschlicher Natur. So auch die einer Mutter und ihres kleinen Sohnes. Gehäutet. Ermordet. Einfach grausam.

Jake Cole, fast gänzlich tätowiert, hat im Leben schon viel durch die Nase gezogen, und ist eigentlich seines Vaters wegen in der Stadt. Denn dieser wollte brennen; sich umbringen durch Feuer. Der Vater geistig verwirrt, jedoch malend ein Ass, zeichnet Hunderte von Bildern mit dunklen Schatten, die keiner entziffern kann. Warum? Und was bedeuten sie?

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Rezension: Während du stirbst von Tammy Cohen

Klappentext:Cohen während

„Sehr wahrscheinlich werde ich TOT sein, bevor Sie das hier zu Ende gelesen haben.“

Drei Dinge gibt es über Jessica Gold zu wissen: Sie ist neunundzwanzig Jahre alt, sie hat eine Knopfphobie, und sie wurde entführt. Von einem Fremden, der sie zwölf Tage lang in seiner Wohnung gefangen hält, sie mit perfiden Grausamkeiten quält, sie angekettet in einer Hundehütte am Fuß seines Bettes schlafen lässt. Und jeden Tag überreicht er seinem Opfer ein Geschenk – eines grausamer als das nächste –, bis Jessica am zwölften Tag sicher weiß: Der Mann wird sie töten. Doch Jessica hat ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt …


„Auf der Vorderseite war eine Plakette mit einer geschwungenen goldenen Inschrift angebracht. Eine Urne.

RIP Jessica Gold
Geboren am 17. September 1985
Gestorben am 5. Januar 2015″
(Seite 234)

Mein Fazit
Ausfallende Fingernägel und büschelweise Haare. Hautausschlag am ganzen Körper. Nervenschmerzen bis zur Erschöpfung. Kraftlos, müde und am Ende. Alles Zeichen einer Vergiftung der fiesesten Art.

Das über 12 Tage kontinuierlich zugeführt, zudem eingesperrt und angekettet, wünscht sich keiner zu Weihnachten. Und dazu Geschenke, o wie fein. Doch nicht wenn sie die perfide Geschichte des Fremden erzählen, in dessen Fängen du dich befindest und keinen Ausweg hast. O du fröhliche…

Kim, ermittelnde Polizistin, zweifache Mutter kleiner Kinder, ein aufstrebender Stern am Polizeihimmel. Doch schwierig zu meistern mit Schichtdienst, Erfolgsdruck und sich als Frau beweisen zu wollen. Ihre Ehe am Ende. Entscheidung steht aus – Karriere oder Familienleben?

Eine Wendung der Extraklasse ist hier inklusive. Spannungsgeladen mehr im ersten Teil, danach etwas plätschernd, aber nicht weniger interessant. Knopfphobie? Eine Erklärung gab es leider nicht :-(

Der Sprachstil konnte mich überzeugen, einfach fürs Auge zu erfassen, die Seiten fliegen nur so dahin. Zwei Erzählperspektiven runden das ganze Buch ab. Leseempfehlung erteilt.

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Seiten: 412
Erscheinungsdatum: 16. November 2015
Verlag:
Blanvalet
ISBN: 978-3-7341-0219-6 (€ 9,99)

Interview mit Tammy Cohen