Rezension: Krank von Wrath James White und Jesus F. Gonzales (Festa Extrem)

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Ihr ganzes Leben lang hat Adelle Smith anderen Menschen geholfen und sich für die Bürgerrechte eingesetzt. Dafür wird sie öffentlich geehrt.
Kurz darauf erleidet Adelle einen Schlaganfall. Nahezu gelähmt und nicht mehr fähig zu sprechen, benötigt sie nun selbst Hilfe.
So gerät die alte Frau in die Obhut einer rabiaten Krankenpflegerin. Weil die in einer armen Familie eine traurige Kindheit erlebte, soll die Kranke dafür büßen …
Ja, Adelle braucht Hilfe. Schnell!
Doch sie kann es ja niemandem sagen!


„Jeder ist der Held seiner eigenen Geschichte. Niemand ist ausschließlich böse. Selbst der hasserfüllteste, rassistischste Hinterwäldler im Süden glaubt tief in seinem Herzen, dass das, was er tut, rechtens ist.“ (Seite 65/66)

Mein Fazit
Wenn Pflegepersonal abstumpft, haben die Bedürftigen nicht mehr viel zu lachen. Abfertigung unter Zeitdruck. Nur das machen, was die Krankenkasse zahlt.

Die sadistische Pflegerin Natsinet lässt ihre Patientin Adelle stundenlang in ihren Ausscheidungen liegen – Zeitmangel? Nein. Sondern sie foltert aus Freude den hilflosen gelähmten Körper. Weiterlesen

Rezension: Der Keller von Minette Walters

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Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde …


„Sie hatte so lange geschwiegen, dass das Sprechen eher eine Last war. Es war einfacher, im Kopf zu leben, als ihre steifen, schwerfälligen Lippen zu bewegen, um Wörter zu bilden.“ (Seite 81)

Mein Fazit
Drama Baby. Die kleine versklavte Muna. Weggeholt aus einem afrikanischen Heim. Gehalten wie ein Tier im Keller. Sprecherlaubnis wurde ihr nie erteilt. Das Objekt für körperliche Gewalt und sexuelle Befriedigung. Für dumm befunden, jedoch zum kochen, waschen und putzen perfekt geeignet. Niemand der Nachbarn weiß, dass in diesem Haus ein kleines Mädchen lebt. Weiterlesen

Rezension: Wenn du mich tötest von Karen Winter

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Nach Kinlochbervie, einem Küstenort in den schottischen Highlands, verirrt sich niemand zufällig.

Deswegen sorgt der deutsche Tourist Julian im einzigen Hotel der Gegend durchaus für Aufsehen. Verdreckt, durchnässt und völlig verstört bittet der Backpacker um Hilfe. Seine Frau Laura, mit der er einige Tage am Strand der einsamen Sandwood Bay verbracht hat, ist verschwunden. Die Polizei steht vor einem Rätsel, und bald gerät Julian selbst unter Verdacht. Dann wird südlich der Bay die Leiche einer Frau angespült; nackt und kaum mehr zu identifizieren …


„Angst war ein gefährlicher Trigger. Sie wusste es, und er wusste es.“ (Seite 274)

Mein Fazit
Über die Entwicklung der Titel von Büchern staune ich mehr und mehr. Früher waren sie nicht so brutal formuliert, oder? Hießen sie da „Die Firma“, „Schweigen der Lämmer“, „Friedhof der Kuscheltiere“ oder irgendwie so ähnlich. Doch heute beinhaltet jeder dritte Thriller-Titel „töte, sterbe, Blut…“ auch die Literatur geht wohl mit der Zeit…

Nun zum Buch: kurzweilig und spannungsaufbauend. In der Psyche und der Vergangenheit von Julian wird gewurschelt und ach du je, seine Exfrau ist (auch) tot. Weiterlesen

Rezension: Vor ihren Augen von Mary Louise Kelly

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Das Leben meint es gut mit Caroline Cashion. Die 34-jährige Dozentin für französische Literatur ist hübsch, intelligent und beliebt. Doch dann wird bei einer Routineuntersuchung in ihrem Nacken eine Kugel entdeckt. Caroline ist fassungslos. Als sie ihre Eltern darauf anspricht, eröffnen diese ihr die ungeheuerliche Wahrheit: Caroline ist adoptiert. Ihre leiblichen Eltern wurden ermordet, Caroline selbst überlebte die Tat schwer verletzt. Den Mörder hat man nie gefasst – und die Kugel nie aus Carolines Körper entfernt. Nun ist sie das wichtigste Indiz, um den Täter zu überführen. Womit Caroline in tödlicher Gefahr schwebt …


„Manchmal gehen bei Operationen kleinere Gegenstände verloren, wissen Sie. Instrumente, Klammern, solche Sachen. Der Chirurg bemerkt es nicht und näht den Patienten einfach wieder zu.“ (Seite 16)

Mein Fazit
Caroline’s Mitbewohner, das Projektil, droht in ihrem Hals zu wandern und muss dringend entfernt werden. Zudem besteht die Chance, damit den Mörder ihrer leiblichen Eltern zu überführen.

Also zack, das Ding muss raus. Gesagt, getan. Danach gehts für Caroline auf Entdeckungsreise – woher komme ich wirklich, wer waren meine Eltern und wer hat sie damals umgebracht.

Ich muss schon sagen, den Schreibstil fand ich keck und stellenweise ironisch-witzig. Absolut mein Fall. Nur bei dem gefesselt sein haperte es.

Schön fand ich wie die Liebe zu ihren Brüdern und den Adoptiveltern, der familiäre Zusammenhalt dargestellt wurde. Es zeigt wieder einmal mehr, wie wichtig Familie ist! (*In diesem Sinne, genießt eure Liebsten und nehmt sie mal kräftig in den Arm*) Weiterlesen

Rezension: Winterpeople von Jennifer McMahon

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Durch einen grausamen Mord verliert Sara ihre kleine Tochter Gertie. Ein Brief mit einem uralten Geheimnis hilft ihr, Gertie von den Toten zurückzuholen – für sieben Tage, in denen sie von ihrem geliebten Kind Abschied nehmen kann. Doch sie ahnt nicht, worauf sie sich einlässt. Denn manchmal finden die Toten nicht zurück. Und das Grauen hält Einzug in die Wälder von Vermont …


„Vermutlich tun wir alle nur das, was wir für das Beste halten. Manchmal machen wir schreckliche Fehler, manchmal tun wir das Richtige. Manchmal wissen wir es selbst nicht und können nur hoffen.“ (Seite 376)

Mein Fazit
Die zwei Erzählstränge 1908 und Gegenwart waren manchmal etwas verwirrend. 1908 – Mutter Sara mit ihrer kleinen Tochter Gertie und ihrem Mann Martin auf einem kleinen Hof lebend. Es gibt nur wenig Nahrung aber sie haben sich und das voller Liebe.

Ein Zitat der kleinen Gertie gefiel mir ganz besonders:

Wenn Schnee schmilzt und zu Wasser wird, erinnert er sich dann noch daran, früher einmal Schnee gewesen zu sein? (Seite 20)

Gertie stirbt und Sara hat die Chance ihre Tochter für eine Woche ins Leben zurückzuholen. Doch Gertie bleibt länger, viel länger. Und sie hat auch irgendwie Hunger und will eigentlich nur spielen…

In der Gegenwart trifft man Ruthie mit ihrer kleinen Schwester und ihrer verschwundenen Mum. Kurz gesagt: beim Suchen nach Hinweisen wo ihre Mutter sein könnte, finden die zwei Mädels das alte Tagebuch von Sara und kommen der damaligen Geschichte (1908) um Gertie und Sara immer näher.

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