Rezension: Das Verstummen der Krähe von Sabine Kornbichler (Band 1 – Kristina Mahlo-Reihe)

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Kristina Mahlos Auftrag als Nachlassverwalterin hat es in sich. Eine Verstorbene vererbt ihr beträchtliches Vermögen – jedoch nur unter der Bedingung, dass Kristina den Mord aufklärt, für den ihr Mann einst verurteilt worden war. Kris will den Fall ablehnen, doch dann entdeckt sie in der Wohnung der Toten einen Hinweis auf ihren eigenen Bruder Ben, der vor Jahren spurlos verschwand …


„Ich arbeite im Auftrag der Toten und nicht als Geschenketante für ungeduldige Erben.“ (Seite 36)

Mein Fazit
Nachlassverwalterin. Klingt interessant, spannend und hat aber doch auch einen tödlichen Beigeschmack. In den Sachen von Toten zu wühlen, nach Schmuck, Bargeld, Wertgegenstände und Dokumenten zu suchen ist schon nicht ohne.

Aber wat mutt, dat mutt. Einer muss sich ja darum kümmern, wenn keine Erben in Sicht sind oder sie sich nicht einig werden. Sollten keine Erben aufgetrieben werden, erbt der Staat – unglaublich aber wahr und das sogar in Millionenhöhe jedes Jahr.

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Rezension: Those Girls von Chevy Stevens

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Die Schwestern Jess, Courtney und Dani sind 14, 16 und 17 und leben auf einer rauen Farm in Kanada. Als ein Streit mit ihrem gewalttätigen Vater aus dem Ruder läuft, müssen sie fliehen. Doch ihr Pick-up bleibt in einem abgelegenen Dorf liegen, und bald finden sie sich in einem noch furchtbareren Albtraum wieder – wird er jemals enden?


„Wenn er in der Nähe war, fürchteten wir uns vor nichts und niemanden. Nur vor ihm hatten wir immer Angst. Ich dachte an die Brandnarben von den Zigaretten…“ (Seite 45)

Mein Fazit
Eine früh verstorbene Mutter. Der Vater ein Säufer und Schläger. Die Töchter stark und selbstbewusst.

Die jüngste und stärkste – Jess, erschießt ihren Vater als der ihre Schwester in der Toilette ertränken will. Weiterlesen

Rezension: 7 Tage der Rache von Patrick Senécal

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Bruno Hamel ist 38 Jahre und Chirurg. Er wohnt mit seiner Frau Sylvie und der sieben Jahre alten Tochter Jasmine im eigenen Haus. Wie viele glückliche Menschen führt er ein unauffälliges Leben. Bis Jasmine an einem schönen Herbstnachmittag vergewaltigt und getötet wird.

Nach diesem Ereignis zerfällt Brunos Leben.

Als der polizeibekannte Kinderschänder gefasst wird, lässt Bruno ihn bei einem Transport kidnappen. Bruno will ihn für seine Tat sieben Tage lang büßen und leiden lassen, dann soll er sterben.

Sieben Tage Rache. Sieben Tage Folter. Sieben Tage, in denen das Opfer zum Täter und der Täter zum Opfer wird … Ein erschütternder Rache-Thriller von konsequenter Härte.


„Von allen Papas auf der Welt ist meiner der beste!“ (Seite 51)

Mein Fazit
Dieser Satz von der eigenen Tochter ist für jeden Papa (natürlich auch jede Mama) Balsam für die Seele, Lebenselixier.

Doch dann wird Deine Tochter ermordet und übel zugerichtet aufgefunden. Den Mörder bekommst Du in die Finger. Handelst Du jetzt noch voller Vernunft und Menschenverstand? Vermutlich nicht.

Und genau dieser Gewissenskonflikt, die Trauer und Leere in Dir, machen das Buch so hochemotional. Zum einen hast Du vollstes Verständnis für den Vater, der den Mörder seiner Tochter quält, verstümmelt und sein Sterben leidlich hinauszögert. Weiterlesen

Rezension: Racheherbst von Andreas Gruber (Band 2)

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Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust – an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden …


„Skorpione. Bei Tageslicht verkrochen sie sich und blieben mystisch im Verborgenen, aber nachts kamen sie heraus. Sie waren nur bei Dunkelheit zu sehen – wie auf seinem Körper.“ (Seite 221)

Mein Fazit
Ich wusste gar nicht, dass es Tätowierungen gibt, die man bei Tageslicht nicht sieht, im Dunkeln jedoch leuchten. Das Rezept dazu gibt es hier (im Buch): Menschenblut, Antigerinnungshemmer, Phospor und Tätowierfarbe…alles gemischt, abrakadabra und ab zum Tätowierer deines Vertrauens. Das dafür jedoch einige Menschen sterben müssen, ist dann nicht mehr so originell. Weiterlesen

Rezension: Mein Tod ist dein von Debbie Howells

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Ein idyllisches Dorf auf dem englischen Land: Als die 18-jährige Rosie Anderson verschwindet, will zunächst niemand an ein Verbrechen glauben. Bis das Mädchen erstochen aufgefunden wird. Allerdings ist der Fall äußerst rätselhaft, denn wer sollte ein Motiv gehabt haben? Die Ermittlungen geraten schnell ins Stocken, alle Spuren verlaufen im Sand.

Kate, eine Nachbarin der Familie, hat selbst eine Tochter in Rosies Alter und bezweifelt als Einzige, dass der Mord die Tat eines Fremden war. Sie versucht, den Hintergründen auf die Spur zu kommen. Als sie anonyme Drohungen erhält, wird klar, dass jemand die Wahrheit um jeden Preis vertuschen will …


„…wie fragil Herzen sind. Man kann sie nicht endlos brechen. Irgendwann verwandeln sie die lebenden Zellen, die es zusammenhalten, in totes, kaltes Narbengewebe, das nicht länger fühlen kann. Das nicht mehr lieben kann.“ (Seite 98)

Mein Fazit
Man blickt hinter die Kulisse trauriger Kinderseelen, die nie echte Liebe, Wärme und Geborgenheit erfuhren. Eltern, die nur auf Ruhm, Reichtum und Ansehen wert legen. Hauptsache nach außen strahlen und etwas darstellen wollen, doch nach innen glanzlos, einsam und traurig. Die Möchtegern perfekte Familie.

Joanna, Mutter der toten Rosie, gezeichnet von Schönheits-OPs, nur um ihrem Mann zu gefallen, der sie jedoch wie Dreck behandelt. Ihre Seele so kaputt wie eine zerbrochene Weinflasche, deren Inhalt ihre Leber nur zu gut kennt. Weiterlesen

Rezension: Meine Seele so kalt von Clare Mackintosh

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Ein regnerischer Abend in Bristol. Der 5-jährige Jacob ist mit seiner Mutter auf dem Weg nach Hause, plötzlich reißt er sich los und stürmt auf die Straße. Das Auto, das wie aus dem Nichts erscheint und ihn erfasst, ist ebenso schnell wieder verschwunden. Für den kleinen Jungen kommt jede Hilfe zu spät.

Jenna Gray flieht vor den Ereignissen in die Einsamkeit eines walisischen Dorfes. Aber die Trauer um ihr Kind und die Erinnerungen lassen sie selbst dort nicht los. Schon bald ist sie sich sicher, dass nicht nur die Vergangenheit sie erbarmungslos verfolgt …


„Ich will auf Pause drücken, doch der Film ist gnadenlos: Immer wieder und wieder prallt der kleine Körper auf die Windschutzscheibe.“ (Seite 22)

Mein Fazit
Irreführung vom Allerfeinsten, das muss ich schon sagen. Wirklich sehr gut gemacht, liebe Autorin.

Viel kann ich zu dem Inhalt des Buches leider nicht schreiben, da ich sonst die ganze Story verrate und das Lesevergnügen nur halb so spannend wäre.

Nur so viel: Teil 1 (ca. 200 Seiten) plätschert ein wenig vor sich hin. Es wird intensiv auf die Charaktere eingegangen. Jenna (Ich-Erzählerin), die sich in einem einsamen kleinen Cottage, direkt am Strand niederlässt und versucht neu Fuß zu fassen. Sie findet am Straßenrand einen Welpen, weggeworfen in einer Mülltüte und nimmt ihn bei sich auf. Kommissar Ray, der mit den typischen Problemen einer Polizistenfamilie kämpft und merkt, dass die neue Kollegin ihn emotional doch mehr berührt als erlaubt. Und der Fall des überfahrenen kleinen Jacobs droht ad acta gelegt zu werden.

Ab Teil 2 geht’s erst so richtig los. Hier wird die Ich- zur Du-Perspektive. Mal ganz anders aber intensiv. Knallhart konfrontiert mit Psychoterror, Unterdrückung und würdelosen Spielchen. Geht man so mit einem Menschen um?

Als ich die Wahrheit schließlich erkenne, fühlt sich das an, als hätte mir jemand ein Messer in den Leib gerammt.“ (Seite 452)

Meine Seele so kalt ist Clare Mackintosh‘ erster Roman. Bitte schnellen Nachschub liefern, denn das Buch hat mich gefesselt, ist ausgeklügelt und schreit nach mehr.

Foto: Model Henri blickt von den Dünen Dänemarks (Søndervig) zur Nordsee, entspannt und den Wind um die Nase wehend. So stelle ich mir die einsamen Spaziergänge von Jenna und ihrem Hund vor.

4480 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-17292-4
Ersterscheinung: 14.01.2016

Clare-mackintoshInterview mit Clare Mackintosh