Rezension: Sie nannten mich „Es“ von Dave Pelzer

KlappentextEs:
Das Trauma einer Kindheit: Dave wird von der eigenen Mutter gequält und mißhandelt. Von blauen Flecken übersät und halb verhungert, fällt der Junge auf, weil er Mitschülern das Pausenbrot stiehlt. Bis seine Lehrer es wagen, gegen die Mutter einzuschreiten, vergehen Jahre. Es gelingt ihm, sich aus der Hölle zu befreien. Ein erschütternder Bericht, geschildert aus der Perspektive des kleinen Jungen, der uns alle mit der Frage konfrontiert, wie lange man die Augen vor elterlicher Gewalt verschließen darf.


„Du hast mein Leben zur Hölle gemacht…jetzt ist es an der Zeit, dass ich dir zeige, was die Hölle ist, keifte sie.“ (Seite 27)

Mein Fazit
Das Buch ist bereits aus dem Jahr 2000, aber nicht weniger wert ihm Beachtung zu schenken. Denn mehr denn je ist Kindesmisshandlung ein so großes Thema in unserer „ach so heilen Welt“.

Stundenlang in der eiskalten Badewanne liegen zu müssen, sein eigenes Erbrochenes zu essen, da Dave sonst verhungern würde, Zeitungspapier in der Garage seine kuschlige Bettdecke ersetzt – sind nur ein kleiner Auszug der Folterungen seiner kranken sadistischen Mutter.

Ich war müde und hakte einen Tag auf dieser erbärmlichen Welt nach dem anderen einfach nur noch ab.“ (Seite 81)

Um nach tagelangem Nahrungsentzug zu überleben, stiehlt Dave die Pausenbrote seiner Mitschüler, immer und immer wieder. Er wird zum Außenseiter. Seine Kleidung schmutzig, zerschlissen und viel zu klein. Blaue Flecken am ganzen Körper. „Ich bin die Treppe heruntergefallen. Ich habe mich in der Küche gestoßen“ – natürlich Gehirnwäsche durch die Mutter. Und die Schule glaubt es über Jahre? Ich fasse mir echt an‘ Kopp.

Warum tut der Vater nichts? Warum greift die Schule nicht schon viel früher ein? Was treibt eine Mutter zu solchen Taten? So viele Fragezeichen…

…die vielleicht auch in den zwei anderen Büchern von Dave Pelzer beantwortet werden?!

An Emotionalität und Hass auf die Mutter (später auch den Vater) ist dieses Buch kaum zu überbieten. Man schüttelt bis zum Schleudertrauma den Kopf und will Dave da nur noch rausholen, retten, Wärme und Geborgenheit geben. Liebe.

5

2. Teil: Der verlorene Sohn: der Kampf eines Kindes um Liebe und Anerkennung
3. Teil: Ein Mann namens Dave: eine Geschichte von Triumph und Vergebung

Seiten: 160
Erscheinungsdatum: 1.05.2000
Verlag: Goldmann
ISBN: 
978-3442150557

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4 Kommentare zu “Rezension: Sie nannten mich „Es“ von Dave Pelzer

  1. Ich habe das Buch vor Jahren in der Schule gelesen. Der Roman hatte mich damals so gefesselt, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe und es geht mir seit diesem Zeitpunkt auch nicht mehr wirklich aus dem Kopf. Es ist wirklich erschreckend welche Grausamkeiten die Mutter Dave antut und bemerkenswert, dass Dave dies alles durchsteht. Der Roman ist definitiv nichts für schwache Nerven.

    Hast du vor die anderen beiden Teile auch noch zu lesen?
    Ich habe mir schon lange vorgenommen, mir alle drei Bücher zu kaufen und zu lesen, habe es aber bis jetzt irgendwie noch nicht geschafft.

    LG
    Bücherratten

    Gefällt mir

    • Liebe Bücherratten,
      das war eine Schulbuchlektüre? Oha. Harte Kost für Schüler, natürlich auch für Erwachsene.
      Es ist enorm, wie Dave den Willen zum Überleben besitzt und an ihm festhält.

      Ich möchte die anderen Teile auch noch lesen, jedoch lasse ich ein wenig Zeit vergehen, denn so kurz hintereinander solch schwere Kost, muss erstmal verdaut werden. Ich werde dann berichten.

      Herzliche Grüße
      die Bücherfetischistin

      Gefällt 1 Person

      • Ja, allerdings in einer Höheren Schule, trotzdem war es noch ziemlich harte Kost für ca. 16 Jährige.
        Sein Überlebenswille ost wirklich enorm, ich glaube ehrlichgesagt, dass ich an seiner Stelle aufgegeben hätte…
        Ich bin schon gespannt wie dir die anderen Teile gefallen
        LG

        Gefällt 1 Person

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