Rezension: Die Lichtung von Linus Geschke (31) Kriminalroman

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Sommer 1986: Eine Kölner Clique verbringt ein Party- Wochenende in einer Blockhütte im Bergischen Land. Zwei Tage lang Bier, Musik, Baggersee und Flirts. Am Ende sind zwei junge Menschen tot – das Mädchen vergewaltigt und erstochen, der Junge brutal erschlagen. Der Doppelmord wird nie aufgeklärt. Der Kölner Zeitungsredakteur Jan Römer soll Jahre später über den ungelösten Kriminalfall schreiben. Römer erinnert sich gut, denn das Wochenende im Wald war das Ende seiner Jugend – er gehörte selbst zu jener Clique. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Mütze will er herausfinden, was damals wirklich geschah. Zu spät merkt er, in welche Gefahr er sich dadurch bringt…


„RAIDER isst man heute – TWIX war gestern“

Mein Fazit
Jan Römer, 43, Journalist, verheiratet und Vater eines Sohnes, hat so seine alltäglichen Probleme, die authentisch und glaubwürdig klingen. Damals, vor 27 Jahren erlebten er und seine Clique zwei Gewaltverbrechen/Morde, deren Erinnerungen daran, er in die hinterste Ecke seines Gehirns verbannte. Dank einer braunen Mappe seines Chefredakteurs, rollt er den „Fall“ jedoch neu auf und merkt mehr und mehr, dass es so einige Ungereimtheiten gibt.
Zu Beginn überfluteten mich so viele Namen, dass ich schnell zu Zettel & Stift greifen musste. Zwei Erzählperspektiven, Gegenwart und 1986, brachten die passende Abwechslung zwischen Römer’s Welten. Ich fühlte mich in meine eigene Kindheit zurück versetzt; die große Teenager-Liebe, mit der man heimlich hinter’m Busch rumknutschte, mit der Simson durch Wald und Wiesen düste und im Hinterhof daran rumschraubte, ohne Handy und Internet, und nicht zuletzt Muttis Worte „…du musst essen, um groß und stark zu werden, fahr vorsichtig…“. So herrlich erfrischend, untermalt mit der passenden Musik der 80er-Jahre z. B. von Falco mit seiner „Jeanny“. Jedoch fehlte mir der besondere Kick. Die nervenaufreibende Spannung. Das gewisse Etwas.

Stellenweise zogen sich die sehr langen Kapitel wie Kaugummi (damals liebte ich als Kind ‚Hubba Bubba‘ – riesige Blasen, zuckersüß, schmeckte innerhalb weniger Minuten nach nichts mehr – *gibt es die eigentlich noch?*), was daran lag, dass oft zu viel drumherum geredet wurde und ich daher von der eigentlichen Aussage zu weit ab kam. Dieses weitläufige Ausschmücken von Szenen war nicht immer meins – andere werden es sicher lieben –  da der Spannungsbogen oft darunter litt. Das Ende hat mich überrascht, mit diesem Schuldigen hätte ich nicht gerechnet. Ich würde dem Buch 3,5 Punkte geben, runde aber gern auf 4 auf, da bei mir längst vergessenen Zeiten wieder ein Stück Leben eingehaucht wurde. Walkman – mit Kassette umdrehen – olé :-) 4
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Leseprobe
Titel: Die Lichtung (Band 1)
Autorin: Linus Geschke
Seiten: 384
Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2014
Verlag:
Ullstein
ISBN: 9783548286365

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3 Kommentare zu “Rezension: Die Lichtung von Linus Geschke (31) Kriminalroman

  1. Hallo Sandra,
    vielen Dank nochmal für den Lesegenuss mit „Die Lichtung“.
    Ich finde der Krimi ist in einem flüssigen Schreibstil geschrieben und ich war vom ersten Kapitel an mitten im Geschehen. Die Geschichte spielt zum einem im Sommer in den Achtzigern und in der Gegenwart, was sehr gut geschrieben ist. Der Reporter, Jan Römer, forscht einer Story nach über die er berichten soll, wo er dann merkt, selber dabei gewesen zu sein.
    Ich bin zwar kein Kind,was die Teenagerzeit in den 80ern gelebt hat, dennoch war es in den 90ern sehr ähnlich. Mopeds, Party, die erste Clique und erste Liebe, wie es im Buch beschrieben ist, gaben mir damit schöne Erinnerungen an meine Zeit .
    Bis zum Ende fand ich diesen Kriminalroman spannend und war überrascht von dem Mörder.

    Gefällt 1 Person

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